Thrombose ist eine durch ein Blutgerinnsel hervorgerufene Verstopfung eines Gefäßes und zählt zu einer der häufigsten Todesursachen weltweit. Rund ein Viertel aller von Thrombose betroffenen Menschen stirbt an den Folgen der Erkrankung.

 

Sie denken Thrombose ist eine Alterskrankheit? Falsch gedacht, Blutgerinnsel betreffen nicht nur ältere Menschen. Diese gefährliche Gefäßerkrankung kann auch bereits in jungen Jahren auftreten. Vorerkrankungen, Unfälle, Operationen und Auftreten in der Familie können das Risiko erhöhen.

 

Venenerkrankungen sind eine weitere Zivilisationskrankheit, die mitunter auf eine ungesunde Lebensweise und Bewegungsmangel zurückzuführen ist.

 

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Was ist Thrombose?

Wenn durch ein Blutgerinnsel eine Vene oder Arterie im menschlichen Körper verstopft wird, spricht man von Thrombose.

 

Bei Verletzungen ist unser Körper in der Lage das sonst flüssige Blut gerinnen zu lassen, um die Blutung zu stoppen. Bei einem Blutgerinnsel passiert das Gleiche nur ohne vorhandene Verletzung im Inneren des Körpers. Hier sammeln sich Blutplättchen an der Venenwand und wachsen mit der Zeit zu einem Thrombus heran. Dieser kann in Folge die Gefäße verengen oder auch ganz verschließen.

 

In manchen Fällen löst sich der Thrombus von der Gefäßwand und wandert mit dem Blutstrom in Richtung des Herzens, wo er einen Herzinfarkt auslösen kann.

Wo entsteht eine Thrombose?

In der Regel sammeln und stauen sich die Blutplättchen in den Venen, da aufgrund der vorhandenen Venenklappen eine Ansammlung fester Bestandteile im Blut begünstigt wird.

 

In den meisten Fällen entstehen Thrombosen in den Venen der Unter- und Oberschenkel. Es ist jedoch auch möglich, dass Blutgerinnsel in allen Venen des Körpers wachsen können.

 

Bei einer bereits zuvor geschädigten Gefäßinnenwand kann eine Thrombose jedoch auch an jeder anderen Stelle im Körper entstehen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Thrombose zu erkranken signifikant an.

 

Was passiert, wenn das Blutgerinnsel wandert?

Löst sich ein Thrombus von der Gefäßwand und wandert mit dem Blut weiter, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben.

 

Eine Venenthrombose im Bein hat im schlimmeren Fall das Absterben der Extremität zur Folge. Wandert das Blutgerinnsel und setzt sich an einer anderen Stelle im Körper fest, kann dies weitaus tragischer enden.

Was ist der Unterschied zwischen Venen und Arterien?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Blutgefäßen in unserem Körper – Venen und Arterien. Doch was unterscheidet diese beiden voneinander?

 

Arterien versorgen unseren Körper mit Sauerstoff und den notwendigen Nährstoffen und pumpen diese vom Herzen in unsere Organe und die Extremitäten.

 

Die Venen hingegen transportieren das sauerstoffarme Blut vom Körper wieder zurück zum Herzen. Da sie das Blut gegen die Schwerkraft befördern müssen, haben sie Venenklappen, welche verhindern, dass das Blut wieder zurückfließt.

 

Das Blut in den Arterien ist aufgrund der höheren Sauerstoffsättigung heller als das Blut in den Venen.

 

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Die zwei Arten der Thrombose – venös und arteriell

Ein Thrombus kann sowohl in den Venen als auch in den Arterien zu einer Thrombose führen.

 

Bleibt die Ansammlung der Blutplättchen in der Vene und verschließt mit der Zeit das Gefäß, handelt es sich um eine venöse Thrombose.

 

Wenn sich das Blutgerinnsel allerdings von der Gefäßwand löst und wandert, ist es möglich, dass es über das Herz in die Arterien gelangt und auch dort einen Gefäßverschluss verursacht.

 

In diesem Fall spricht man von einer arteriellen Thrombose.

Venöse Thrombose

In der Regel beginnt eine Venenthrombose in den Beinen oder dem Becken. Wandert das Blutgerinnsel weiter die Vene hinauf, kann sie sich unter Umständen auch in der Lunge festsetzen, was zu einer Lungenembolie führen kann.

 

Mögliche Anzeichen einer Venenthrombose:

  • Schmerzen und Schwellungen in den Beinen.
  • Verfärbungen der Beine.
  • Atembeschwerden.
  • Abgeschlagenheit und Unwohlsein.
  • Abklingen der Beschwerden bei aufrechter Körperhaltung und im stehenden Zustand.

Arterielle Thrombose

Betrifft die Thrombose eine Arterie kann dies eine Unterversorgung der betroffenen Körperteile mit Sauerstoff zur Folge haben. Durch die Verengung oder gar Verschließung der Arterien werden bestimmte Bereiche im Körper nicht mehr genügend mit den notwendigen Nährstoffen versorgt, was unter Umständen tödlich sein kann.

 

Mögliche Symptome einer arteriellen Thrombose:

  • Augenflimmern oder andere Sehstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Bewusstseinstrübung und Ohnmachtsanfälle

Gefahren einer Thrombose

Wandert ein Blutgerinnsel und setzt sich an anderen Stellen im Körper fest, kann dies zu plötzlichen lebensbedrohlichen Situationen führen.

 

  • Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge)
  • Herzinfarkt (Blutgerinnsel im Herzen)
  • Schlaganfall (Blutgerinnsel im Gehirn)

Ursachen für die Entstehung von Thrombose

Eine Thrombose kann aufgrund vielerlei Ursachen entstehen. Meist gibt es lange keine Anzeichen oder mögliche Symptome werden falsch interpretiert und oft wird ein vorhandenes Blutgerinnsel erst relativ spät entdeckt.

 

Neben erblichen Faktoren können auch akute Verletzungen oder eine ungesunde Lebensweise die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

 

  • Geschädigte Gefäßwände aufgrund von Verletzungen
  • Operationen
  • Diabetes
  • Altersbedingte Venenschwäche
  • Tumore oder andere Veränderungen, die Venen und Arterien betreffen
  • Hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille
  • Eine bestehende Schwangerschaft
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Bestimmte Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Neigung zu Krampfadern
  • Bettlägerigkeit, Gipsverbände oder Langstreckenflüge

Wie bemerkt man eine Thrombose?

Die verschiedenen Arten der Thrombose bringen auch unterschiedliche Symptome mit sich, die sich im Auftreten stark voneinander unterscheiden können.

 

In der Regel wird die arterielle Thrombose von heftigen und plötzlich auftretenden Schmerzen begleitet, welche auch nicht durch Ruhigstellung der betroffenen Körperpartie gelindert werden können.

 

Auch eine Schwellung oder Verfärbung der Extremitäten kann ein Anzeichen für eine bestehende Thrombose sein.

 

Venenthrombosen hingegen können auch ohne nennenswerte Anzeichen auftreten. Aufgrund der fehlenden Symptomatik werden sie oft erst sehr spät diagnostiziert. 

Medizinische Maßnahmen bei Thrombose

Bei einem Akutfall bestimmt der behandelnde Arzt je nach Ausprägung und Ort der Thrombose die medizinische Behandlung. Dies kann entweder die Gabe bestimmter Medikamente, das Anlegen von Kompressen, eine operative Entfernung des Blutgerinnsels oder auch geeignete Bewegungstherapien umfassen.

 

Risikopatienten erhalten in den meisten Fällen blutverdünnende Medikamente, um der Blutgerinnung innerhalb der Gefäße vorzubeugen.

 

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Thrombose vorbeugen – Was können Sie tun

In den meisten Fällen könnte die Entstehung einer Thrombose vermieden werden. 

Was können Sie also tun, um eine Thrombose vorzubeugen?

 

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten an der frischen Luft.
  • Gehen sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, um etwaige Gefäßveränderungen frühzeitig zu erkennen.
  • Verzichten Sie auf Nikotin und schränken Sie den Alkoholkonsum ein.
  • Bei einer sitzenden Tätigkeit bringen Pausen und etwas Bewegung ihren Kreislauf wieder in Schwung und fördern die Durchblutung.
  • Trinken Sie ausreichend, denn auch das beugt einer Blutgerinnung vor.
  • Ernähren Sie sich gesund und vermeiden Sie Übergewicht.

Thrombose bei pflegebedürftigen und bettlägerigen Patienten

Eine oft unterschätzte Gefahr ist Thrombose vor allem bei Menschen, die aufgrund des Alters oder anderer Erkrankungen nicht mehr mobil sind und den Großteil des Tages im Bett verbringen. Daher sind pflegebedürftige Personen oder Patienten, die aufgrund einer Operation oder eines Liegegipses für einige Zeit ans Bett gefesselt sind besonders gefährdet.

 

In diesen Fällen sind spezielle therapeutische oder medikamentöse Therapien zu empfehlen, die der Entstehung von Blutgerinnseln entgegenwirken.

Sprechen Sie am besten mit dem zuständigen Arzt über mögliche vorbeugende Maßnahmen.

 

Quellenangaben:

Gesundheitsinformation
Thromboseportal