Nach wie vor wird ungern über Inkontinenz gesprochen. Als Tabuthema abgestempelt, scheuen viele Betroffene den Gang zum Arzt und schämen sich dieses Problem anzusprechen.

 

Doch entgegen der allgemeinen Annahme sind sie nicht allein. Weltweit sind etwa 200 Millionen Menschen betroffen. Eine unglaubliche Zahl, nicht wahr?

 

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Inkontinenz betrifft weitaus mehr Menschen als Sie denken

Aus bisher veröffentlichten Statistiken geht hervor, dass allein in Deutschland rund 10 Millionen Menschen an einer mehr oder minder starken Form der Inkontinenz leiden. Da sich nach wie vor ein Großteil der Betroffenen dafür schämt und nicht öffentlich darüber spricht, liegt die Dunkelziffer wahrscheinlich um ein Vielfaches höher.

 

Viele an Blasenschwäche leidende Menschen suchen erst nach einem langen Leidensweg einen Arzt auf. Aus Scham versuchen sie die Symptome zu verbergen, ziehen sich zurück und suchen erst nach langer Zeit Hilfe.

 

Weitere Infos zu den verschiedenen Formen der Inkontinenz finden Sie in unserem Ratgeber.

Schämen Sie sich nicht

Sich bei Inkontinenz Hilfe zu suchen ist für viele Betroffenen oft sehr schwer. Sie fühlen sich bloßgestellt und vermeiden die direkte Ansprache des Problems. Über die Symptome und Ausprägung der Blasenschwäche zu sprechen ist mitunter unangenehm, hilft jedoch bei der Behandlung und erleichtert den Umgang damit.

 

Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte haben tagtäglich mit Inkontinenz und deren Begleiterscheinungen zu tun und sind es gewohnt darüber zu sprechen. Es ist ihre Aufgabe aufzuklären und den Betroffenen die bestmögliche Behandlung und Therapie zu ermöglichen.

 

Sie empfinden weder Ekel noch haben sie Berührungsängste, wenn es um dieses Thema geht.

 

Scheuen Sie sich also nicht mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Pflegepersonal über Ihre Inkontinenz oder der Ihres Angehörigen zu sprechen.

Wo finden Sie Hilfe?

Für Betroffene und pflegende Angehörige gibt es eine Vielzahl an kostenlosen Inkontinenz Ratgebern, die mit praktischen Hinweisen über das Thema Harn- und Stuhlinkontinenz aufklären und Tipps zum Umgang mit dem Betroffenen geben.

 

  • Die Pflegestützpunkte der Pflegekassen bieten Hilfestellungen und Beratung an.

  • Über das Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten pflegende Angehörige kostenlos eine vertrauliche Beratung durch Experten.

  • Auch das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit gibt Auskunft zu rechtlichen Themen.

  • Zudem gibt es deutschlandweit mehr als 1300 zertifizierte ärztliche Beratungsstellen, die über die Deutsche Kontinenz Gesellschaft abrufbar sind.

 

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Weitere Ansprechpartner finden Betroffene in Apotheken, Sanitätshäusern für Pflegebedarf und Krankeneinrichtungen.

 

Diverse Anlaufstellen für Personen mit einer Harn- oder Stuhlinkontinenz bieten eine anonyme Beratung, welche entweder telefonisch oder auch online möglich ist.

Inkontinenzberatung in der Apotheke

Apotheker sind bestens ausgebildet im Bereich der Pharmazie und Experten auf ihrem Gebiet. Sie geben gerne Auskunft über die verschiedensten Inkontinenzhilfsmittel und beraten in Bezug auf mögliche homöopathische Zusatzmaßnahmen.

 

Zudem wird über die verschiedenen Inkontinenzformen aufgeklärt und Empfehlungen für etwaige Behandlungsmöglichkeiten gegeben.

 

Ein Beratungsgespräch zum Thema Inkontinenz wird in der Regel in einem separaten Raum unter vier Augen geführt, um die notwendige Diskretion zu wahren und dem Betroffenen die notwendige Sicherheit zu geben.

 

In einer geschützten Atmosphäre finden von Blasenschwäche betroffene Menschen und deren Angehörige die Gelegenheit mit kompetenten Fachleuten über dieses unangenehme Thema offen zu sprechen.

 

Finden Sie die richtigen Inkontinenzhilfsmittel mit unserem Leitfaden.

Inkontinenzberatung in der häuslichen Pflege

Menschen, die pflegebedürftige Angehörige betreuen sind oft mit der Situation überfordert. Kommt Inkontinenz ins Spiel stoßen viele Menschen schnell an ihre Grenzen.

 

Hier ist Einfühlungsvermögen gefragt. Speziell ausgebildete Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen und staatlich geführten Pflegestützpunkten schulen und unterstützen private Pflegepersonen in der Pflege Ihrer Angehörigen.

 

Doch auch pflegebedürftige Personen selbst haben die Möglichkeit sich mit einem Experten auf diesem Gebiet über ihre Ängste und Sorgen zu unterhalten.

 

Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige bieten die Möglichkeit zum Austausch. Betroffene Personen erkennen, dass sie mit diesem Problem nicht allein sind und öffnen sich leichter diesem Thema.

 

Es ist vor allem auch für die betreuenden Personen wichtig, sich über Inkontinenz zu informieren. Sich Hilfe zu holen bedeutet nicht zu versagen. Ganz im Gegenteil, durch geeignete Schulungen und Hilfsmittel wird der Umgang mit den Symptomen der Inkontinenz sowohl für die pflegende Person als auch für den Patienten wesentlich erleichtert.

Inkontinenz in einer Pflegeeinrichtung

In der professionellen Pflege gibt es spezielle Richtlinien für den ethischen Umgang mit Inkontinenz und den daraus resultierenden Symptomen.

 

Angefangen bei der würdevollen Versorgung des Patienten über die Aufklärung und angemessenen Kommunikation bis hin zur seelischen Unterstützung.

 

Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen haben eine fundierte Ausbildung unter Berücksichtigung der ethischen Grundsätze und der Aufrechterhaltung der Würde des Patienten.

Versorgung mit Inkontinenzprodukten

Da Inkontinenz eine von der WHO anerkannte Krankheit ist, haben Betroffene Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Somit tragen diese die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen und die Grundversorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln.

 

Für eine Kostenübernahme ist allerdings eine ärztliche Verordnung notwendig.

Besuchen Sie unseren Shop und finden Sie die richtigen Inkontinenzeinlagen für Ihre Bedürfnisse – Hilfsmittelprofi.

 

Gerne helfen wir Ihnen bei der Auswahl geeigneter Produkte. Sprechen Sie uns an, unsere Fachberater sind von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr unter der Rufnummer 0621 391 56 57 23 für Sie erreichbar.

 

Quellenangaben

Bundesministerium für Familie
Kontinenz-Gesellschaft