In Deutschland sind mehrere Millionen Menschen von Blasenschwäche (Harninkontinenz) betroffen. Sie gehört damit zu den häufigsten Erkrankungen unserer modernen Gesellschaft. Wenn eine Person nicht mehr in der Lage ist, den eigenen Urin zurückzuhalten, kann eine fachkundige Diagnose helfen.

Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über das Thema und gibt Aufschluss über passende Lösungen - hier mehr über die Blasenschwäche lesen. 

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Reizblase: Leiden Sie unter einer überaktiven Blase?

Es gibt verschiedene Arten und Ursachen der Blasenschwäche. Mitunter am häufigsten tritt die überaktive Blase auf. Patienten mit einer Reizblase leiden unter sehr starkem, ständigem Harndrang und müssen oft aufs WC.

Dabei sind die Urinmengen, die austreten, gering. Das Problem ist, dass das Dranggefühl plötzlich kommt und so stark ist, dass die Patienten es nicht mehr aushalten können. Frauen sind öfter von der Blasenfunktionsstörung betroffen als Männer.

Wenn Symptome auftreten, zieht sich der Blasenmuskel zu früh, also unwillkürlich oder bevor die Blase voll ist, zusammen. Schon ein kurzer Reiz auf die Blase sorgt dann für starken Harndrang.

Studien zufolge sind etwa 40 Prozent aller Frauen in Deutschland ab dem 60 Lebensjahr von Blasenschwäche betroffen. Aufgrund der Anatomie der Frau wird die Stütz- und Haltefunktion weitaus stärker beansprucht als beim Mann. Besonders Schwangerschaften belasten den Beckenboden extrem. Dies kann vor allem bei nah aneinander liegenden Schwangerschaften oder auch Mehrlingsschwangerschaften massive Auswirkungen auf die Blasenfunktion haben.

Problematisch ist dabei, dass die Beschwerden manchmal so ausgeprägt sind, dass sich die Betroffenen nicht mehr trauen, Aktivitäten im öffentlichen und sozialen Leben nachzugehen, oder diese nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen.

Die Patienten sprechen nur ungern darüber, weil die "Volkskrankheit Inkontinenz" noch immer mit starken Schamgefühlen verbunden ist. Wenn Ausscheidungen unkontrolliert abgegeben werden, führt das nicht nur zu körperlichen Belastungen, sondern auch zu einem extremen psychischen Druck.

Tatsächlich leiden mehrere Millionen Menschen in Deutschland unter dem Problem - trotzdem ändert das nichts daran, dass man in der Öffentlichkeit nicht über die Inkontinenz spricht.

Symptom oder Krankheit?

An sich ist Inkontinenz jedoch gar keine Krankheit, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Ursachen. Verschiedene Krankheiten können Auslöser sein oder Körperfunktionen, die nicht mehr intakt sind, beeinflussen die Harnblase negativ.

Die Ursachen der Reizblase sind beispielsweise Veränderungen an der Blasenwand, die zu Überaktivität oder Überreiztheit des Blasenmuskels führen. Diese können Abweichungen der Nervenfunktionen oder Veränderungen an den Rezeptoren (Andockstellen) der Botenstoffe sein, die das Organ versorgen.

Die Beschwerden sind nicht gefährlich, aber unangenehm. Studien zeigen, dass 40 Prozent betroffener Frauen aus lauter Peinlichkeit verschweigen, dass sie unter Inkontinenz leiden. Manchmal speisen die Betroffenen Inkontinenz auch einfach als "hygienisches Problem" ab - damit gehört sie zu jenen Krankheiten, die deutschlandweit am seltensten behandelt werden.

Dabei lassen sich die Symptome mit sanften und teilweise natürlichen Mitteln leicht kurieren.

Was tun bei Blasenschwäche? Der überaktiven Blase entgegenwirken

Aufgrund dieses Tabucharakters des Themas fragen sich viele Betroffene: "Was tun bei Blasenschwäche?"

Noch immer gelten die Symptome als "Alterskrankheit." Doch auch Frauen in jungen Jahren, besonders nach einer Geburt und Frauen zwischen 40 und 50, wenn die Menopause eintritt sind betroffen. Allein in Deutschland leiden – je nach Quellenangaben – ca. 25 Prozent aller junger Frauen zumindest vorübergehend an Inkontinenz. 

  • 11 Prozent der Männer sind inkontinent
  • 25 Prozent der Frauen erfahren Symptome
  • Gerade junge Mütter sind anfällig für Blasenschwäche, weil ihr Beckenboden durch die Schwangerschaft und Geburt geschwächt ist.
  • Das Tragen des Babys belastet die Muskulatur zusätzlich.
  • Ein strapazierter Beckenboden kann die Blasenschwäche begünstigen, ebenso wie eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung.  Bei älteren Frauen treten die Symptome auf, weil sich der Hormonhaushalt verändert.

Überdurchschnittlich häufig sind auch übergewichtige Menschen betroffen, sowie Personen, die schwere körperliche Arbeit leisten. Blasenschwäche muss den Betroffenen jedoch das Leben nicht unnötig schwer machen. Mit den richtigen Tipps können Sie den Symptomen vorbeugen und selbst akute Beschwerden lindern.


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Tipp 1: Beckenbodentraining stärkt die Blase 

Das Training des Beckenbodens ist eine der wirksamsten Aktivmaßnahmen zur Vorbeugung oder Linderung einer Blasenschwäche. Gezielte Übungen stärken die Muskulatur und beugen dem Harndrang so entgegen.

Das Training lässt sich im Sitzen oder am Bürotisch erledigen. 

Eine empfehlenswerte Übung: Setzen Sie sich sehr gerade auf einen Stuhl und spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur an. Sie können das Becken ganz leicht nach vorne kippen und die Muskulatur gleichzeitig anspannen. Halten Sie diese Spannung für mindestens 10 Sekunden. Wiederholen Sie fünf, besser 10 Mal.

Tipp 2: Trinken Sie genug und ernähren Sie sich ausgewogen  

Es mag im ersten Moment kontraintuitiv klingen, aber bei Stress-Inkontinenz empfehlen wir Ihnen, mindestens zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken. Sie unterstützen so die Nieren und beugen Harninfekten vor.

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen, die den Darm unterstützen und den Stuhlgang erleichtern. Es ist besser, wenn Sie beim Toilettengang nicht zu stark pressen müssen.

Allenfalls ist eine Gewichtsabnahme für Sie eine Option. Bereits eine minimale Gewichtsreduktion um fünf oder zehn Prozent entlastet den Beckenboden und stärkt in Kombination mit mehr Bewegung und dem Beckenbodentraining die Muskulatur zusätzlich.

Tipp 3: Trainieren Sie Ihre Blase 

Gute Neuigkeiten: Sie können Ihre Blase trainieren und so Beschwerden lindern. Beginnen Sie mit einem Miktionstagebuch: Schreiben Sie auf, wie oft und wie viel sie zu welchen Zeiten urinieren müssen.

So trainieren Sie die Blase: Geben Sie nicht jedem Harndrang nach. So lernt die Blase, den Druck langsam auszuhalten und den Drang zu kontrollieren. Achten Sie auf eine aufrechte Haltung auf der Toilette - so kann sich die Blase vollständig entleeren.

Schlussfolgerung: Blasenschwäche in den Griff bekommen

Das Zusammenspiel von Beckenbodenmuskulatur, Blasenmuskel, Schließmuskeln, Nervenbahnen und der Steuerzentrale im Gehirn ist fein abgestimmt und anfällig für Störungen. Selbst kleine Unstimmigkeiten können auf längere Sicht gravierende Auswirkungen haben:   

Die Symptome sind am Anfang meist harmlos und die Betroffenen verlieren nur einen Tropfen Urin. Plötzlich, nach ein paar Monaten, sind es zwei und plötzlich so viel, dass es den Alltag beeinträchtigt. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Schweigen Sie nicht - handeln Sie stattdessen und sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Unterschiedliche Therapieformen können bei Blasenschwäche Linderung schaffen. In vielen Großstädten gibt es Beckenbodenzentren und immer mehr Physiotherapeuten spezialisieren sich auf den Beckenboden.  

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Quellenangaben:
Urologenzentrum.at
Urology-Guide
Sprechzimmer.ch
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