Manchmal geschieht es plötzlich, manchmal deutet es sich über lange Jahre an:
Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen. Doch auch wenn es sich bisweilen lange angedeutet, richtig vorbereitet ist man selten. Zu häufig belasten lange Krankheiten, Behinderungen oder Alterserscheinungen Angehörige wie Pflegebedürftige.
Ganz zu schweigen von plötzlichen Diagnosen und Erkrankungen, die Menschen über Nacht ereilen. Wir haben für Sie einige Informationen und Hilfestellungen zusammengestellt, wie Sie sich am besten auf die Pflege eines Angehörigen vorbereiten können.

Bereitschaft auf beiden Seiten

Eine der allerwichtigsten Punkte in der Vorbereitung der Pflege, um mögliche, spätere Konflikte von Beginn an auszuräumen, ist, dass sich der Pflegebedürftige sowie der pflegende Angehörige einig sind, die Pflege gemeinsam anzugehen. Beide Parteien – nicht nur der pflegende Angehörige – müssen dieser Situation voll und ganz zustimmen.

Ein weiterer Punkt, um Harmonie und Würde zu gewährleisten, umfasst die Eigenständigkeit des Pflegebedürftigen. Überlegen Sie sich als Angehöriger, ob Sie bereit sind, Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen weitestgehend Autonomie zu geben und nicht die Haltung einzunehmen, über ihn zu „herrschen“. Machen Sie sich dessen bewusst, denn sobald Sie mit der Pflege beginnen, haben Sie Macht über einen geschwächten Angehörigen und die Lebensumstände von Pflegebedürftigem und Angehörigen ändern sich gewaltig.

Lassen Sie sich beraten!

Wichtig ist auch, dass Sie sich klar machen, dass Sie in dieser Situation nicht alleine sind. Holen Sie sich Rat und Unterstützung, wo Sie können. Beispielsweise sind die Pflegekassen dazu verpflichtet, für Pflegebedürftige eine Pflegeberatung anzubieten. Nutzen Sie dies! In einer solchen Beratung sollte es unbedingt über die Organisation der Pflege gehen. Auch sollten Sie bei der Pflegekasse nach der Einstufung in den Pflegegrad und möglichen finanziellen Zuschüssen fragen.

Eine weitere Anlaufstelle sind die lokalen Pflegestützpunkte, die Ihnen weitere Informationen zukommen lassen können. Nehmen Sie mit den Pflegestützpunkten gerade in schwierigen Situation Kontakt auf und ersuchen Sie dort Hilfe.

Sorgen Sie für Entlastung!

Gerade zu Beginn einer Pflege ist das Ausmaß und die damit verbundenen Anstrengungen nicht absehbar. Oft beginnt man als pflegender Angehöriger voller Elan und Pflichtbewusstsein, doch die Pflege wird im Laufe der Zeit immer beschwerlicher. Hinzu kommt, dass ihr pflegebedürftiger Angehöriger sich an die Situation gewöhnt und sich seine körperlichen Beschwerden über die Zeit eher verschlechtern.

Sorgen Sie dafür für regelmäßige Entlastung! Sonst geraten Sie in Gefahr, die Anforderungen des Pflegealltags nicht auf Dauer durchstehen zu können und selbst zu erkranken. Gönnen Sie sich Pausen, in denen Sie sich auf sich und Ihre Bedürfnisse konzentrieren.

Achten Sie auf folgende Anzeichen: Bei Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und Gereiztheit sollten Sie innehalten und überlegen, wie Sie sich eine Insel der Erholung schaffen können. Erkundigen Sie sich daher bereits zu Beginn der Pflege, wer Sie im Familienkreis vertreten kann oder wie und wann Sie am besten Verhinderungspflege beantragen können.

Wichtig ist, dass Sie gesund bleiben! Aus Respekt, aus Liebe und auch aus Verantwortungsbewusstsein der pflegebedürftigen Person gegenüber ist dies wichtig. Daher sollten Sie auch nicht alles aufgeben, was ihr früheres Leben ausgemacht hat.