Was ist die Prostata und welche Funktion hat sie?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein Teil des männlichen Fortpflanzungssystems.

Die kleine Drüse unterhalb der Blase hat in etwa die Größe einer Walnuss. Sie umschließt in zwei Lappen den ersten Teil der Harnröhre und mündet in diese.

Die Prostata hat die Aufgabe ein Sekret zu produzieren, das gemeinsam mit den Spermien den Samen bildet. Die Muskeln der Prostata drücken den Samen dann während der Ejakulation durch die Harnröhre nach draußen.

Eine normal große Prostata ist ca. zwei bis vier Zentimeter lang, dreieckig geformt und sollte sich fest und gummiartig anfühlen.


pixabay - therapractice

Wenn die Prostata krank macht

Die Prostata verändert mit dem Alter ihr Gewebe und auch ihre Größe. So hat sie bei jungen Männern in etwa die Größe einer Kastanie und erreicht bei älteren Männern das Volumen eines Pfirsichs. Bereits ab einem Alter von 30 Jahren kann sie in der Größe zunehmen.

Bei einem Großteil der 80-jährigen führt die vergrößerte Prostata zu Problemen, da sie durch Ihre Größe die Harnröhre verengt und das Urinieren erschweren kann. Eine ständig übervolle und überdehnte Blase kann zu Entzündungen führen und sich im Laufe der Erkrankung zu einer Inkontinenz beim Mann entwickeln, hier tritt ein unkontrollierter Urinverlust ein. Durch spezielle Inkontinenz Einlagen kann hier Abhilfe geschaffen werden.

Mehr als ein Viertel aller Männer in Deutschland ist von einer Prostatavergrößerung betroffen

Aber auch in jungen Jahren ist eine Erkrankung der Prostata möglich. So deuten Symptome wie häufiger Harndrang und Schmerzen beim Urinieren auf eine Entzündung der Prostata hin. Auch Schmerzen im Unterleib oder beim Geschlechtsverkehr und beim Stuhlgang können auftreten. Häufig wird die Entzündung auch von Fieber begleitet.

Der Prostatakrebs ist die am häufigsten auftretende Krebsform bei Männern in Deutschland. Wird diese Krankheit frühzeitig diagnostiziert, bestehen sehr gute Heilungschancen. Da Beschwerden jedoch meist in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten, wird das Prostatakarzinom oft erst zu spät erkannt.

Was ist eine Prostatauntersuchung und wie ist der Ablauf?

Die Prostatauntersuchung dient dazu, etwaige Veränderungen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Diese Untersuchung dauert im Normalfall nur wenige Minuten und ist so gut wie schmerzfrei.

Bei der Prostatauntersuchung führt der Arzt seinen Finger in das Rektum des Patienten ein, um die Prostata, die sich hinter dem Penis und unter der Blase befindet direkt zu ertasten. 

Ab wann muss ich zur Prostatauntersuchung gehen?

Die Prostatauntersuchung ist eine Routineuntersuchung und wird bei gesunden Menschen, die keine Symptome haben eingesetzt, um möglichst frühzeitig Krankheiten zu erkennen. Je früher Veränderungen und Anomalien entdeckt werden, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden und umso mehr Chancen bestehen bösartige Veränderungen, wie etwa Krebs zu heilen.

Heutzutage gehört diese Untersuchung zur Standard-Medizin und wird im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. Männer ab dem 50. Lebensjahr und jüngere Männer, die ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben, sollten diese Untersuchung mindestens einmal im Jahr durchführen lassen.

Bei Symptomen einer Prostatavergrößerung, wie etwa vermehrter Harndrang oder Inkontinenz, ist ein sofortige Abklärung beim Arzt zu empfehlen.


pixabay - Brun-nO

Welche Methoden zur Untersuchung gibt es?

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Prostata zu untersuchen. Die häufigste Untersuchung stellt die Tastuntersuchung dar, erst wenn hier Anomalien erkennbar sind, werden weiterführende Untersuchungen durchgeführt.

Tastuntersuchung

Die bereits erwähnte Tastuntersuchung, ist die am häufigsten angewandte Untersuchungsform, um die Prostata direkt zu ertasten.

Hierbei steht der Patient mit nach vorne gebücktem Oberkörper, abgestützt vor dem Untersuchungstisch.

Der Arzt führt den mit Gleitmittel bedeckten Finger in das Rektum des Patienten ein, um die Prostata zu untersuchen. Er bewegt seinen Finger in kreisförmigen Bewegungen, um die Lappen und Rillen der gesamten Prostata zu ertasten. Der Arzt bestimmt die Größe der Prostata und sucht nach Unebenheiten, weichen oder harten Stellen und anderen Anomalien.

Die Untersuchung selbst ist nicht schmerzhaft, es ist aber möglich, dass der Patient einen leichten Druck verspürt. Sind Hämorrhoiden, Analfissuren oder dergleichen vorhanden, muss der Arzt vor der Untersuchung informiert werden, um die Risiken weiterer Verletzungen zu minimieren.

Ist der Patient entspannt, dauert die Untersuchung nur wenige Minuten.

Bluttest

Werden bei der Tastuntersuchung Anomalien festgestellt, folgt meist eine Blutuntersuchung, bei der der PSA-Wert festgestellt wird um z. B. Krebs zu erkennen. PSA ist ein von den Zellen der Prostata gebildetes Eiweiß, welches auch im Blut zu finden ist.

PSA eignet sich sehr gut als Tumormarker, denn dieses Eiweiß wird nur in der Prostata gebildet und ist daher prostata-spezifisch.

Ist der PSA-Wert im Blut erhöht, so ist es wahrscheinlich, dass ein Prostataproblem vorliegt. Jedoch können verschiedene Faktoren den PSA-Wert beeinflussen, so z. B. das Alter, Körpergewicht, die familiäre Vorgeschichte und die ethnische Zugehörigkeit. Auch schwankt der PSA-Wert von Mensch zu Mensch.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung erfolgt meist im Anschluss an die Tastuntersuchung und dem Bluttest, wenn beim Patienten Auffälligkeiten bestehen.

Dieses bildgebende Diagnoseverfahren ermöglicht die Beurteilung des Prostatagewebes und der umliegenden Organe.

Ultraschall ist ein besonders schonendes Verfahren, es ist nichtinvasiv und kommt ohne Röntgenstrahlen aus.

Die Ultraschalluntersuchung der Prostata wird meist über das Rektum durchgeführt, dabei wird die Ultraschallsonde durch den Anus eingeführt. Da die Prostata direkt an den Mastdarm grenzt ist hier eine besonders genaue Darstellung möglich.

In seltenen Fällen kann die Untersuchung auch über den Unterbauch stattfinden, die Darstellung der Prostata ist hier jedoch nicht so gegeben wie bei der rektalen Untersuchung.


pixabay - falco

Gewebeprobe

Wurden bei der Tastuntersuchung Auffälligkeiten bemerkt, sind erhöhte Blutwerte vorhanden oder gibt es verdächtige Bereiche beim Ultraschall wird zur weiteren Abklärung und genauen Diagnose eine Gewebeprobe entnommen.

Bei einer Biopsie wird ein kleiner Gewebeteil der Prostata entnommen, um sie mikroskopisch zu begutachten. Die Prostatabiopsie ist die derzeit beste Möglichkeit, um bösartige Veränderungen auszuschließen oder weitere Diagnosen zu stellen, ohne eine große Operation durchzuführen.

Die Biopsie ist ein ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung, bei dem mit Hilfe einer Hohlnadel mehrere kleine Gewebeproben entnommen werden.

Fazit

Auch wenn die Prostatauntersuchung unangenehm klingt und viele Männer dieser ängstlich gegenüberstehen, sollte sie regelmäßig im Abstand von einem Jahr durchgeführt werden. Nur so können frühzeitig Veränderungen und eventuelle Erkrankungen erkannt und behandelt werden.

Besonders bei bereits bestehenden Problemen, wie etwa Schmerzen, Problemen beim Urinieren oder vermehrter Harndrang, sollte schnellstmöglich ein Arzt konsultiert werden.

Einhergehende Symptome einer bestehenden Erkrankung, wie etwa Inkontinenz können mit speziellen Inkontinenzartikel für den Mann erleichtert und gelindert werden.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie unter https://www.hilfsmittelprofi.de/.

Quellenangaben:
Prostata.de
Männergesundheit
Praxisvita
Sprechzimmer.ch