Häufig kündet sich ein Pflegefall nicht an. Nahe Verwandte, Partner, Eltern oder Kinder erkranken plötzlich; das Leben der Betroffenen ändert sich schlagartig. Die pflegenden Angehörigen sind mit der Situation konfrontiert, die Pflege des Anverwandten selbst zu übernehmen. Dabei geraten viele an ihre Grenzen – und es stellt sich die Frage, wo man Unterstützung findet. Eine Möglichkeit ist, eine freiberufliche Pflegefachkraft zu engagieren.

 

Pflegekraft finden

pixabay - Sabine van Erp

 

Was ist eine freiberufliche Pflegefachkraft?

Eine freiberufliche Pflegefachkraft arbeitet selbständig auf Honorarbasis. Sie ist, wie der Name schon sagt, weder bei einem Pflegedienst, einem Krankenhaus oder sonst irgendwo angestellt. Vielmehr arbeitet sie für verschiedene Auftraggeber und schließt über die zu erbringenden Leistungen Dienstleistungsverträge ab, in denen Aufgaben, Arbeitszeit und Honorar geregelt sind.

 

Es gibt viele verschiedene Aufgaben, die von einer freiberuflichen Pflegefachkraft ausgeführt werden können. Pflegende Angehörige werden auf diese Weise entlastet. Eine gute Betreuung des Pflegebedürftigen vor allem im häuslichen Umfeld wird gewährleistet.  

 

Freiberufliche Pflegefachkräfte suchen über Agenturen nach Auftraggebern oder betreiben selbständig die Kundenakquise. Häufig hört man von ihnen auch über Mund-zu-Mund-Propaganda. Vermittlungsagenturen für freiberufliche Pflegekräfte agieren deutschlandweit und bieten viele Möglichkeiten.

 

Vorteile einer freiberuflichen Pflegefachkraft

Eine freiberufliche Pflegefachkraft bietet Familien die Möglichkeit, Aufgaben zu übernehmen, ohne in einem direkten Angestelltenverhältnis zu stehen. Für Sozialversicherungsbeiträge kommt die Pflegekraft selbst auf.

 

Ein weiterer Pluspunkt ist die flexible Zeiteinteilung – die Einsätze der freiberuflichen Pflegefachkraft können je nach den Bedürfnissen der Pflegeperson gestaltet werden.

Freiberufliche Pflegefachkräfte haben zudem meist einen breiten Erfahrungsschatz, da sie sich immer wieder in neuen Situationen zurechtfinden müssen. Weil Kunden von der Qualität und Verlässlichkeit der Leistungen überzeugt sein müssen, werden Aufgaben mit großer Einsatzbereitschaft erledigt.

 

Was muss bei der Zusammenarbeit mit einer Pflegefachkraft beachtet werden?

Eine freiberufliche Pflegefachkraft muss ihre Tätigkeit bei Finanz-, Gesundheitsamt und der Berufsgenossenschaft gemeldet haben. Entsprechend muss sie auch selbständig Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Wichtig ist für pflegende Angehörige hierbei auch, dass bei der Zusammenarbeit mit einer freiberuflichen Pflegefachkraft keine Scheinselbständigkeit vorliegt. Diese tritt nämlich dann auf, wenn eine freiberufliche Person wie eine Angestellte für nur eine Familie arbeitet.

 

Pflegende Angehörige müssen sich daher entscheiden: Möchten Sie jemanden anstellen, dann sind sie auch verpflichtet, die Sozialversicherungsbeiträge für die Pflegekraft zu zahlen. Bei der beschriebenen freiberuflichen Pflegekraft fällt dies weg, dafür ist mit einem höheren Stundenlohn zu rechen.