Jede fünfte Frau hat nach der Schwangerschaft Probleme mit einer Blasenschwäche. Nach der Geburt kommt es häufig zu einer so genannten Belastungsinkontinenz, heißt, beim Husten, Niesen oder einer körperlichen Anstrengung kommt es zu einem unfreiwilligen Urinverlust.  Meist ist es nur eine vorübergehende leichte Inkontinenz, die sich mit den richtigen Mitteln schnell wieder in den Griff bekommen lässt.

Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Bereits während der Schwangerschaft ist es sinnvoll den Beckenboden durch Übungen zu stärken, damit er den Belastungen besser standhalten kann. Sollte es bereits in der Schwangerschaft zu einer leichten Blasenschwäche kommen, können folgende Tipps helfen:

  • Beckenboden anspannen: Eine einfache Übung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
  • Auf die Ernährung achten: Eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung fördert die Verdauung und beugt Verstopfung vor.
  • Trinken: Schwangere sollten bei einer Blasenschwäche auf jeden Fall genug trinken und nicht weniger trinken. Durch zu wenig Flüssigkeit kann der konzentrierte Harn die Blase reizen.
  • Einlagen verwenden: Für ein sicheres Gefühl empfiehlt sich der Einsatz von passenden Inkontinenz-Einlagen.

Schnell handeln

Wichtig ist, dass von Inkontinenz nach der Schwangerschaft betroffene Frauen schnell handeln und ihren Gynäkologen darauf ansprechen. Je früher das Problem der Blasenschwäche angegangen wird, desto höher sind die Erfolgschancen, die Inkontinenz wieder komplett in den Griff zu bekommen und damit ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen. Oft reicht regelmäßiges Beckenbodentraining. Hier kann die Hebamme beraten und Übungen zeigen und es gibt Physiotherapeuten, die bei einer Beckenbodenschwäche mit einem maßgeschneiderten Therapiekonzept weiterhelfen können.
Sollte regelmäßiges Beckenbodentraining nicht ausreichen, die Inkontinenzprobleme in den Griff zu bekommen, gibt es auch noch eine medikamentöse Behandlung oder als letzten Schritt die Möglichkeit einer Operation.

Regelmäßiges Beckenbodentraining

Für Mütter ist Beckenbodentraining die einfachste Lösung gegen eine vorübergehende Blasenschwäche. Wichtig ist, dass die Übungen regelmäßig gemacht und richtig ausführt werden. Hier gibt es zahlreiche Angebote von Hebammen, Physiotherapeuten bis hin zu Volkshochschulkursen. Oft tritt schon nach einigen Tagen eine spürbare Besserung ein.
Physiotherapeuten haben oft zusätzlich die Möglichkeiten, das Training mit Geräten zu unterstützen. Hier können beispielsweise Scheidengewichte zum Einsatz kommen, das Training wird durch leichte Stromimpulse unterstützt und Messgeräte machen den Erfolg des Trainings nachvollziehbar.

Beckenbodentraining Apps

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Apps, die Mütter nach der Schwangerschaft beim Beckenbodentraining unterstützen. Schließlich hilft ein trainierter Beckenboden nicht nur bei Inkontinenz nach der Schwangerschaft, sondern hat auch noch zahlreiche weitere Vorteile.
Das Angebot reicht hier von kostenlosen Apps, die ein minimales Trainingsprogramm anbieten bis hin zu teuren Apps mit Gadgets, welche die Muskulatur des Beckenbodens messen. So erkennt man direkt den Erfolg des Trainings. Ein weiterer Vorteil der Apps ist, der oft spielerische Umgang mit dem Thema. Die Übungen werden in Spiele verpackt und es lassen sich neue Level freischalten oder weitere Schwierigkeitsgrade bei erreichen der Zielvorgabe.

Inkontinenz nach der Geburt - Beckenbodentraining mit Yoga oder App

Bild von PatriciaMoraleda auf Pixabay

Beckenbodentraining mit Yoga

Yoga stärkt nicht nur den Beckenboden, Yoga wirkt sich positiv auf das Körperfühl aus und kann auch gegen Stress helfen. Deswegen eignet sich Yoga hervorragend in der Schwangerschaft und nicht erst danach, wenn beispielsweise eine Belastungsinkontinenz durch die Geburt festgestellt wurde.

Das richtige Inkontinenz-Hilfsmittel

Nach der Geburt kommen im Regelfall erstmal sogenannte Wöchnerinnen-Vorlagen zum Einsatz. Diese sind besonders dick und weich und ohne Klebestreifen. Das senkt das Infektionsrisiko. Für den richtigen Sitz sollten sie mit einer Netzhose getragen werden.

Bei einer anhaltenden Blasenschwäche empfiehlt sich der Einsatz von passenden Inkontinenz-Hilfsmitteln. Klassische Slipeinlagen sollten bei einer Blasenschwäche allerdings nichts genutzt werden. Mit diesen kann keine umfassende Sicherheit garantiert werden.

Lassen Sie sich von unserer persönlichen Fachberatung unter 0621 / 391 56 57 23 beraten oder schreiben sie eine E-Mail an info@hilfsmittelprofi.de. Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl des passenden Inkontinenzproduktes. Im Hilfsmittelprofi-Shop finden Sie auch eine große Auswahl von Inkontinenz-Hilfsmitteln, von Einlagen bis hin zu Pants bei einer schweren Inkontinenz.