Sie fühlen sich nur wohl, wenn Sie in der Nähe einer Toilette sind? Mit diesem einschränkenden Gefühl sind Sie nicht allein: In Deutschland sind bis zu 8 Millionen Menschen von Harninkontinenz (Blasenschwäche) betroffen. Lernen Sie in diesem Artikel das Harnsystem kennen und was Sie gegen Harninkontinenz und häufigen und nächtlichen Harndrang tun können. Die Symptome können zwar harmlos sein, aber auch auf ein ernsteres Problem hindeuten.

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Harninkontinenz - Ursachen und Therapie

Wenn Sie täglich rund sechs bis siebenmal Pinkeln gehen, ist alles in Ordnung. Häufiger Harndrang – oder vermehrtes Wasserlassen – tritt auf, wenn Sie überdurchschnittlich häufig auf die Toilette müssen, oder Sie mehr als die normale Menge Urin lassen. Der Fachbegriff für vermehrten Harndrang ist Polyurie. Schafft es der Betroffene nicht rechtzeitig auf die Toilette und nässt sich ein spricht man von Harninkontinenz.

Von Polyurie spricht man, wenn die normale Urinmenge von zwei Litern innerhalb von 24 Stunden überschritten wird. Für die Betroffenen können die Symptome einer Harninkontinenz einschränkend und unangenehm sein.

Doch wie entsteht Harninkontinenz? Der menschliche Körper besteht hauptsächlich aus Wasser, und dank unserer Körperfunktionen wie Atmen, Schwitzen und vor allem Urinieren verlieren wir ständig Flüssigkeit. Urinieren ist so wichtig für unseren Körper, weil mit dem Urin Giftstoffe und unbrauchbare Substanzen aus dem Körper gespült werden.

Die wichtigsten Organe des Harnsystems sind die Nieren, eine Art Kläranlage des Körpers. Sie entfernen Stoffe wie Harnstoff, Harnsäure, Salze oder Aminosäuren aus dem Blut. In einem ersten Schritt produzieren die Nieren Primärharn, die Vorstufe des Urins, den wir ausscheiden. Dieser Primärharn fließt durch das Filter-Röhrensystem in der Niere. Die dortigen Nierenzellen nehmen 99 Prozent der Flüssigkeit und verwertbare organische Stoffe wieder auf und geben andere Wirkstoffe ab. Übrig bleiben die etwa 1.7 Liter Harn, die in der Harnblase gesammelt und von dort ausgeschieden werden.

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Formen der Harninkontinenz

Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz, oft auch als Stressinkontinenz bezeichnet, ist eine der häufigsten Inkontinenzarten. Oft liegt der Belastungsinkontinenz eine Beckenbodenschwäche zugrunde, die mit einer konservativen Therapie behandelt werden kann. Bei der Stressinkontinenz kommt es zu einem unfreiwilligen Urinabgang bei körperlichen Belastungen, wie Hüpfen, Niesen oder Husten. Bei einer schwereren Inkontinenzform, kommt es auch zum Harnabgang bei Treppensteigen, Aufstehen oder Hinsetzen.

Weitere Informationen zur Belastungsinkontinenz: Wie kommt es zur Belastungsinkontinenz

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz ist auch als überaktive Blase bekannt. Die Dranginkontinenz ist eine weit verbreitete Form der Blasenschwäche. Hier tritt der Urinverlust plötzlich und schwallartig auf, weil sich Muskeln im Blasenbereich unkontrolliert zusammenziehen und den Harndrang auslösen. Ursachen für Dranginkontinenz können motorischer oder sensorischer Art sein.

Mischinkontinenz

Genaugenommen ist die Mischinkontinenz keine eigene Inkontinenzform. Sie beschreibt das Zusammenspiel von Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz.

Weitere Informationen zur Mischinkontinenz: Mischinkontinenz – was ist das?

Reflexinkontinenz

Bei einer Reflexinkontinenz kommt es zu einem reflexartigen unangekündigtem Harnabgang, weil das Gehirn den Blasenreiz nicht mehr bewusst steuern kann. Gründe für eine Reflexinkontinenz können beispielsweise eine Rückenmarksverletzung oder eine Verletzung des Gehirns sein.

Überlaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz ist eine Form der Blasenschwäche die hauptsächlich Männer betrifft. Betroffene können ihre Blase nicht mehr vollständig entleeren und trotz regelmäßiger Toilettengänge kommt es durch den in der Blase verbleibenden Resturin zum unfreiwilligen Harnabgang.

Weitere Informationen zur Überlaufinkontinenz: Welche Symptome gibt es?

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Nächtlicher Harndrang? Richtig entgegenwirken

Die Ursachen des Problems sind komplex: Patienten können an Diabetes mellitus erkrankt sein, unter Herzinsuffizienz oder akutem Nierenversagen leiden. Oftmals klagen betroffene Patienten auch über ein anderes häufig auftretendes Symptom in Zusammenhang mit der Harninkontinenz: nächtlicher Harndrang. Das ist eine unangenehme Sache, mit der sich vor allem ältere Menschen auseinandersetzen müssen. Betroffene:

  • können keine Nacht mehr ruhig durchschlafen, und
  • müssen sich nachts immer wieder erheben, um das WC aufzusuchen.

Diese Symptome sind nicht nur nervig, sondern können sich langfristig negativ auf die Ruhezeiten und die Psyche auswirken. Wenn ein Mensch mindestens zweimal pro Nacht aufstehen muss, um Wasser zu lassen, spricht man von Nykturie.

Ältere Menschen, die in der Nacht nicht schnell aufstehen können oder pflegebedürftige Personen leiden durch die Nykturie oftmals unter nächtlicher Harninkontinenz.

Ursachen für nächtlichen Harndrang

Die Ursachen für die Nykturie, die zu den Schlafstörungen zählt sind vielfältig. Dazu zählen:

  • Hormonstörungen
  • Älterwerden
  • gestörte Nierenfunktion
  • Polyurie durch Herz- oder Nierenschwäche
  • Blasenentzündung
  • Diabetes mellitus
  • vergrößerte Prostata
  • übermäßiger Genuss von Alkohol oder Koffein
  • Einnahme von Medikamenten
  • eine Übersäuerung des Körpers
  • eine Reizblase
  • eine reduzierte Blasenkapazität

Im Verlaufe des Lebens schwächt die natürliche Leistung des Körpers ab. Auch die Muskelspannung lässt nach, was sich auch auf die Blasenmuskulatur. Ein junger Mensch kann daher dank starken Muskeln problemlos durchschlafen und muss morgens lediglich dringend zur Toilette.

Je älter man wird, desto stärker nimmt die Muskelspannung ab. Das sorgt für häufigeren Harndrang, was die nächtliche Harninkontinenz fördern kann.

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Harninkontinenz vorbeugen

Harninkontinenz vorbeugen - Tipp 1: Gesunde Ernährung

Unterstützen Sie Ihre Nieren mit frischer, gesunder Kost: Viel Obst, Gemüse und pflanzliche Öle wie frisches Olivenöl senken das Nierenrisiko. Pro Tag fließen nämlich fünf bis sechs Liter Blut, also der gesamte Bluthaushalt etwa 300 Mal durch die Nieren. Die Nieren filtern täglich etwa 1700 Liter Blut.

Viele Arzneimittel gehen auf die Nieren. Wenn Sie Medikamente nehmen, sollte Ihr Arzt einen kritischen Blick auf die Medikationsdosis werfen. Vor allem Schmerztabletten und Entzündungshemmer mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Ibuprofen sind problematisch.

Auch eine richtig eingestellte Dosis von Medikamenten beugt Blasenschwäche und Harninkontinenz vor.

Harninkontinenz vorbeugen - Tipp 2: Untersuchen lassen

Wenn die oben genannten Symptome plötzlich bei Ihnen auftreten, empfehlen wir einen Arztbesuch. Wichtig ist, dass Sie sich von einem fachkundigen Arzt untersuchen lassen. Obwohl häufiger Harndrang und Nykturie an sich nicht bedrohlich sind, sind die Symptome nicht immer harmlos und können auf eine andere Krankheit als bloße Harninkontinenz hindeuten.

Harninkontinenz vorbeugen - Tipp 3: Lassen Sie Wassertabletten weg

Wasseransammlungen in den Beinen oder im Oberbauch sind ungesund und unschön. Wasser, dass nicht mehr auf eine natürliche Art und Weise ausgeschieden wird, belastet die Gesundheit - weshalb Menschen zu Wassertabletten greifen. Wenn Sie die Tabletten aber am späten Nachmittag oder spätabends einnehmen, kann sich das negativ auf die Nykturie auswirken, weil Sie wegen der Wirkung der Tabletten nachts aufwachen.

Harninkontinenz vorbeugen - Tipp 4: Wasserlassen - neurologisches oder psychisches Problem?

Wenn dem nächtlichen Harndrang eine Krankheit, zum Beispiel eine Blasenentzündung, Polyurie oder eine Reizblase zugrunde liegen, behandelt der Arzt die Ursachen meist mit Antibiotika.

Der Arzt kann ebenso mit einem Blutzuckerspiegeltest feststellen, ob Diabetes ein Grund für den verstärkten Harndrang ist. Wenn die Überprüfung körperlicher Symptome nicht weiterhilft, können neurologische oder psychische Ursachen vorliegen. In diesem Fall hilft Blasentraining:

Gehen Sie nicht immer gleich zur Toilette, wenn die Blase drückt, sondern halten Sie einige Minuten stand. Diese Übung stärkt die involvierten Muskeln und Sie gewöhnen die Blase an größere Harnmengen, so dass er Drang erst später einsetzt. Das ist eine gezielte Übung um einer eventuell vorhandenen Harninkontinenz entgegenzuwirken.

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Schlussfolgerung: Harninkontinenz muss nicht einschränken

Polyurie kann auf eine Störung im Ausscheidungssystem hindeuten. Die Harnblase ist ein Teil eines hochkomplexen Organsystems, das uns täglich gesund hält. Wenn eine Störung vorliegt, kann das für Betroffene unangenehm sein und auf weitere Probleme hindeuten.

Zudem kann der häufige Harndrang das Sozialleben Betroffener einschränken. Aber auch nachts kann die Harninkontinenz einem Patienten das Leben schwer machen: Nächtlicher Harndrang wirkt sich auf längere Zeit negativ auf die Nachtruhe und die Psyche aus. Eine richtige Diagnose und sanfte Therapien können einer Harninkontinenz entgegenwirken und Sie gesund halten. Und mit den richtigen Inkontinenz-Produkten gewinnen Sie Lebensqualität zurück.

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