Millionen von Menschen leiden in Deutschland unter einer Harninkontinenz. Diese Erkrankung und Beeinträchtigung ist weiter verbreitet, als man gemeinhin annimmt und ist in unserer Gesellschaft dennoch ein großes Tabu. Neben den alltäglichen Einschränkungen stellt vor allem der nächtliche Schlaf viele Personen mit Harninkontinenz und Blasenschwäche vor ein großes Problem, denn beim Schlafen verlieren wir gewissermaßen die Kontrolle über unseren Körper. Heute stellen wir Ihnen vor, wie Sie mit Harninkontinenz bei Nacht umgehen können.


Welche Formen der Harninkontinenz bei Nacht gibt es?

Die Medizin unterscheidet zwei Arten von Inkontinenz, die die nächtliche Ruhe stören: Enuresis und Nykturie.
Enuresis ist im Volksmund als „Bettnässen“ bekannt. Bei dieser Form von Inkontinenz kommt es zu einer Entleerung der Blase im Schlaf, ohne, dass der Betroffene durch den Harndrang aufwacht und die Toilette aufsuchen kann. Diese Form kommt nicht nur bei Kindern, wie man glauben mag, sondern auch bei Erwachsenen vor.
Nykturie ist der medizinische Fachbegriff für häufigen nächtlichen Harndrang. Betroffene wachen stündlich auf, weil sie Harndrang verspüren. Liegt eine Harninkontinenz vor, kommt es besonders beim Aufstehen zum unwillkürlichen Harnverlust. Die Ursachen von nächtlichen Blasenentleerungsstörungen muss ein Facharzt diagnostizieren und eine entsprechende Therapie veranlassen.

Tipps für den Umgang mit Harninkontinenz bei Nacht

Vermeiden Sie abends auf jeden Fall alle Getränke, die die Harnproduktion anregen. Das sind in erster Linie alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Sekt, aber auch Schwarztee und Kaffee. Trinken Sie stattdessen Mineralwasser, Saftschorlen oder Milch. Bevor Sie dann direkt zu Bett gehen, sollten Sie gar nichts mehr trinken.

Wenn Sie unter Enuresis leiden, diese aber nur leicht ausgeprägt ist, empfiehlt es sich, neben den oben erwähnten Maßnahmen, sich pro Nacht ein- oder zweimal vom Smartphone aufwecken zu lassen und die Toilette aufzusuchen. An einen solchen Rhythmus kann man sich schnell gewöhnen. Er hat keine negativen Folgen, auch wenn er zu Beginn befremdlich wirkt. Bei schwerer Enuresis kann man ein Leihgerät verwenden, das die Füllung der Harnblase misst und die betroffene Person automatisch aufweckt, wenn es Zeit ist, die Harnblase zu leeren. Auf diese Weise sollte es in den meisten Fällen gelingen, „trocken“ durch die Nacht zu kommen.

Wie oben beschrieben ist die Schwierigkeit bei Nykturie das Aufstehen, da man hier das Urin verliert. Dies passiert, weil bei betroffenen Personen beim Aufrichten und nach vorn beugen, Druck auf die Blase gegeben wird. Diesem erhöhten Druck kann der geschwächte Schließmuskel der Harnblase nicht standhalten und es kommt zu ungewolltem Harnabgang. Dagegen hilft es, wenn Sie beim Aufstehen ausatmen. Das führt zur Ausdehnung des Zwerchfells, das wiederum den Druck auf die Harnblase verringert.

Welche Hilfsmittel sind nachts empfehlenswert?

Verhindern Sie, dass die Matratze nass wird, weil sie nur schwer gereinigt werden kann. Verwenden Sie am besten eine waschbare Matratzenauflage, die Sie in unserem Hilfsmittelshop finden.

Diese Auflagen haben eine wasserdichte Unterseite, die mit Klebestreifen auf dem Laken befestigt wird. Innen befindet sich eine saugfähige Schicht für den austretenden Urin. Zusätzlich können Sie nachts Inkontinenzpants tragen. Sie verrutschen nicht und schützen betroffene Persoen, auch wenn diese auf der Seite oder dem Bauch schlafen.