Auch wenn Blasenentzündungen und Harnwegsinfektion bei Männern nicht so häufig auftreten wie bei Frauen, verlaufen diese bei Männern doch meist schmerzhafter und komplizierter.

Von Harnwegsinfekten bei Männern sind hauptsächlich Personen ab dem 50. Lebensjahr betroffen. Dies hat den Grund, dass in diesem Alter die Prostata wächst und in manchen Fällen auf die Harnröhre drückt. Dadurch wird der Urinabfluss blockiert und es verbleibt ein Restharn in der Harnblase, welcher zu Entzündungen führen kann. 


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Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung bezeichnet die Entzündung der Blasenschleimhaut. Diese wird in der Regel durch Bakterien ausgelöst, die sich in der Harnblase festsetzen und vermehren.

Eine Entzündung der Blase zählt zu den Harnwegsinfekten, da fast immer auch die Harnröhre, die Nieren und die Harnleiter betroffen sind.

Bei einer akuten Blasenentzündung treten die Beschwerden sehr plötzlich auf. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sich eine chronische Entzündung bilden, die langfristig immer wieder auftritt. Durch eine frühzeitige Behandlung kann die Ausbreitung der Infektion verhindert werden.

Von Blasenentzündungen sind vorrangig Frauen betroffen, da ihre Harnröhre um einiges kürzer ist als die des Mannes, auch liegt sie sehr nahe am Darmausgang, was dazu führt, dass Darmbakterien leicht in die Blase gelangen können.

Eine Blasenentzündung betrifft meist auch die Niere, die Harnleiter, die Blase oder die Harnröhre. Die in der Regel durch Bakterien verursachte Blaseninfektion ist bei Männern besonders schmerzhaft.

Anatomie

Zu den Harnwegen gehören die Nieren, die Harnleiter, die Blase und die Harnröhre.

Das Blut wird durch die Nieren gefiltert, welche zugleich überflüssiges Wasser und Abfall auffangen. Dieser Reinigungsprozess erzeugt Urin. Der Urin fließt von den Nieren durch die beiden Harnröhren zur Blase und wird dort gespeichert. Beim Entleeren der Blase, verlässt der Urin den Körper durch die Harnröhre.

Männer erkranken weitaus seltener an Harnwegsinfekten, da ihre Harnröhre länger ist als die der Frau. Eine Vielzahl aufsteigender Bakterien können durch den langen Weg beim Urinieren wieder ausgewaschen werden, noch bevor sie die Harnblase erreichen. Auch ist der Harnröhrenausgang beim Mann mit weniger Bakterien besetzt als der weibliche. Zudem gibt die Prostata ein antimikrobielles Sekret ab, welches die Vermehrung von Bakterien reduziert.

Die verschiedenen Formen einer Harnwegsinfektion

Es gibt drei Haupttypen von Harnwegsinfekten:

Blasenentzündung

Die Blasenentzündung ist die häufigste Art der Harnwegsinfektion und bezeichnet eine Infektion der unteren Harnwege.

Diese Infektion wird in erster Linie durch Darmbakterien ausgelöst, welche über die Harnröhre zur Blase wandern und sich dort vermehren. Aber auch Mikroorganismen können eine Blasenentzündung hervorrufen. Diese Organismen werden durch sexuellen Kontakt übertragen und können neben der Blasenentzündung auch eine Entzündung der Prostata nach sich ziehen.

Harnröhreninfektion

Eine Infektion der Harnröhre besteht, wenn sich Bakterien in der Harnröhre, dem Schlauch, der den Urin von der Blase aus dem Körper leitet, festsetzen. Dies ist insbesondere nach dem Verwenden eines Katheters möglich.

Niereninfektion

Bei einer Niereninfektion sind die Bakterien bereits durch die Harnleiter bis in die Nieren gewandert und führen dort meist zu einer schwerwiegenden Infektion mit sehr starken Schmerzen. Dies bringt häufig eine Entzündung der gesamten Harnwege mit sich.

Aber auch wenn Bakterien aus dem Blutkreislauf sich in den Nieren angesammelt haben, kann eine Infektion entstehen.

Niereninfektion Blasenentzündung
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Symptome

Eine Blasenentzündung wird oft von mehreren Symptomen begleitet, welche oft ganz plötzlich auftreten.

  • Vermehrter Harndrang
  • Häufiges Wasserlassen, auch Nachts
  • Harndrang, auch wenn die Blase bereits leer ist
  • Schmerzen und Brennen beim Urinieren
  • Trüber und übel riechender Urin
  • Blut im Urin
  • Druckempfindlichkeit und Schmerzen im Unterleib
  • Nächtliches Einnässen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen im Rückenbereich und in den Flanken

Ursachen

Eine große Rolle bei der Entstehung einer Blaseninfektion beim Mann spielt die Prostata. Mit fortschreitendem Alter entwickelt sich bei Männern oft eine gutartige Prostatavergrößerung.

Die Prostata verläuft um den Blasenhals, wo die Harnröhre mit der Blase verwachsen ist. Bei einer Vergrößerung drückt die Prostata auf den Hals der Blase und erschwert so den Urinfabluss. Da sich die Blase somit nicht mehr vollständig entleeren kann, bleibt Restharn in der Blase zurück und führt zu einer vermehrten Bakterienbildung. Infolgedessen kommt es zu einer Infektion. 

Mögliche weitere Ursachen einer Harnwegsinfektion bei Männern sind:

  • Eine vergrößerte Prostata
  • Vorhautverengung
  • Eine verengte Harnröhre
  • Neurologische Erkrankungen
  • Der Gebrauch von Kathetern
  • Blasenentleerungsstörung
  • Harnblasendivertikel

Risikofaktoren

Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko an einer Harnwegsinfektion zu erkranken.

Neben den bereits genannten möglichen Ursachen für eine Blasenentzündung, gibt es weitere Risikofaktoren, durch deren Vermeidung sich eine Infektion verhindern lässt. 

  • Reges Sexualleben mit häufig wechselnden Partnern
  • Analsex
  • Nicht beschnitten sein
  • Diabetes
  • Eine Blasenentzündung in den letzten 12 Monaten
  • Zu wenig Bewegung
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Stuhlinkontinenz

Diagnose 

Wenn eine der oben genannten Symptome bestehen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei Hinauszögern der Behandlung können sich die Beschwerden verschlimmern und die Infektion sich ausbreiten. 

Wird eine Blaseninfektion nicht behandelt, kann dies zu schwerwiegenden und mitunter chronischen Schäden an den Nieren und der Prostata führen.

Der Arzt wird anhand der Krankengeschichte, der Symptome und einer körperlichen Untersuchung die Diagnose stellen. Im Normalfall wird mittels einer Urinprobe im Labor der Bakterienstamm verifiziert und die Infektion anhand des Ergebnisses, mit einem geeigneten Antibiotika behandelt. 

Da eine Harnwegsinfektion vor allem bei jungen Männern relativ selten ist, kann der Arzt anhand einer rektalen Untersuchung die Prostata untersuchen und eventuelle Auffälligkeiten erkennen. 

Eine genaue Diagnose kann mittels einer Ultraschalluntersuchung, einer Computertomografie oder einer Zystoskopie gestellt werden. 


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Behandlung und Therapie

Ein Großteil der Harnwegsinfektionen kann mit Antibiotika sehr gut behandelt werden. Eine Antibiotikakur dauert meist zwischen fünf bis sieben Tagen und lässt die Infektion komplett abheilen.

Während der Behandlung muss auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um die Bakterien aus dem Körper zu schwemmen. Viele Patienten schwören auf die unterstützende Therapie mit Preiselbeersaft, welcher die Bakterienanzahl in der Blase senken soll. Es gibt jedoch noch nicht genügend wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Theorie um diese zu untermauern.

Wichtig ist, die verordneten Antibiotika bis zum Ende einzunehmen, um ein erneutes Wachstum der Bakterien zu verhindern. Wird die Einnahme der Medikamente zu früh beendet, verbleiben die starken und widerstandsfähigen Bakterienstämme im Körper und rufen einen neuerlichen und mitunter schwereren Ausbruch der Infektion hervor.

Vorbeugung

Ein Großteil der Blasenentzündungen bei Männern kann nicht verhindert werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten zur Vorbeugung. In erster Linie sollte verhindert werden, dass Bakterien in die Harnwege eindringen können.

So kann z. B. das Verwenden von Kondomen Infektionen vorbeugen, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden.

Wer den Drang zum Urinieren verspürt, sollte nicht “zurückhalten”. Je länger sich der Urin in der Blase befindet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Bakterien vermehren und zu einer Entzündung führen. 

Männer, die an einer vergrößerten Prostata leiden, können durch den Verzicht auf Koffein und Alkohol dazu beitragen, den Urinabfluss zu verbessern. Somit wird einer Infektion durch den zu langen Verbleib von Urin in der Harnblase vorgebeugt. 

Bei einer vergrößerten Prostata hilft jedoch oft nur eine Operation, bei der ein Teil der Drüse entfernt wird, um den Harnfluss zu verbessern. 

Um den Reinigungsprozess im Körper in Gang zu halten, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das bedeutet, nicht nur bei einem aufkommenden Durstgefühl zu trinken, sondern regelmäßig über den Tag verteilt.

Quellenangaben:
fernarzt
Dr.Ed