Inkontinente Personen leben ständig mit der Scham, sich unterwegs einzunässen und daher in peinliche Situationen zu geraten. Häufig ziehen Sie sich immer mehr zurück und versuchen, sich mit Tricks und ungeeigneten Mitteln selbst zu helfen.

Doch das muss nicht sein! Neben modernen Therapieverfahren helfen Inkontinenzprodukte unterschiedlicher Art dabei, das Leben mit Inkontinenz besser zu meistern und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Heute stellen wir Ihnen daher aufsaugende Hilfsmittel vor.

Aufsaugend

Aufsaugende Hilfsmittel bei Inkontinenz

Alle aufsaugenden Inkontinenzhilfsmittel haben einen ähnlichen Aufbau und die gleiche Funktionalität. Außen, also auf der Seite, die nicht auf dem Körper liegt, haben sie eine Außenfolie, die die Unterwäsche und Kleidung vor Verunreinigungen schützt. Innen, auf der körperzugewandten Seite, sorgt eine weiche Oberfläche für ein angenehmes Hautgefühl und leitet die Flüssigkeit rasch an den Saugkern weiter.

Dieser besteht aus einem Gemisch aus Zellstoff und einem speziellen Flüssigkeitsbinder, dem sogenannten Superabsorber. Er verwandelt nach neuester Technik das Urin in ein Gel und kann ein Vielfaches seines eigenen Volumens an Flüssigkeit binden. Dadurch sind die heutigen Windeln auch deutlich dünner als in der Vergangenheit. Das gleiche Prinzip wird übrigens auch bei Babywindeln eingesetzt.

Bei Inkontinenzslips oder -hosen verhindern zusätzlich elastische und nässeabweisende Bündchen an Bein- und Hüftabschluss das Auslaufen, so dass keine Flüssigkeit austritt und durch den Superabsorber gebunden werden kann. Dieser hat aber noch eine weitere Aufgabe: Er stoppt die Zersetzung des Harnstoffs durch Bakterien. Dadurch unterdrückt er nicht nur die Geruchsbildung, sondern schont auch die Haut. Dadurch lassen sich Hautirritationen und Erkrankungen vermeiden.

Aufsaugende Hilfsmittel richtig einsetzen

Oft reichen schon dünne Einlagen aus, um die eigene Situation zu verbessern. In härteren Fällen empfehlen sich saugstärkere Produkte bis hin zu den dickeren und größeren Inkontinenzhilfsmitteln mit Netzhosen sowie spezielle Slips und Pants je nach Schweregrad der Inkontinenz. Die Windelhosen sind für die Nacht sowie für bettlägerige oder besonders unruhige Patienten, etwa bei Demenz, ideal.

Wichtiger Hinweis: Manche Frauen versuchen, ihr Inkontinenzproblem mithilfe von Monatsbinden in den Griff zu bekommen. Obwohl Hygieneartikel grundsätzlich ähnlich aufgebaut sind, sollten diese nicht bei Inkontinenz eingesetzt werden. Denn Monatsbinden sind lediglich für die Aufnahme von wenigen Millilitern Blut optimiert. Für Urin ist ihre Saugleistung daher viel zu gering.